Aareschlucht Schweiz - Aare Gorge Switzerland

Aareschlucht – Schweiz

Wenn ich euch aus der Zeitrechnung „als ich noch laufen konnte“ Bilder zeige und Empfehlungen für das Berner Oberland in der Schweiz ausspreche, kommen mir neben der Rosenlaui Gletscherschlucht noch vier andere Plätze in den Sinn, die man gesehen haben sollte.

Das sind der „Naturpark Blausee“, die „Beatus-Höhlen“, die „Trümmelbachfälle“ und die „Aareschlucht“.

Ich habe an dieser Stelle von keinem der vier Ausflugsziele eine nette Geschichte. Ich kann nur sagen, dass man alle vier einmal gesehen haben sollte, weil sie auf die eine oder andere Art sehr eindrucksvoll sind.

Die Aareschlucht

Sie liegt zwischen Meiringen und Innertkirch.

Als Besucher geht man durch kühle, feuchte Felstunnel und -galerien, in denen es von den Felsen tropft. Zwischendurch läuft man über Holzstege, die irgendwie direkt an den Felswänden befestigt sind. Unter den Stegen fliesst die Aare.

Aareschlucht Schweiz - Aare Gorge Switzerland

Das Wasser ist milchig-weiss bis smaragdgrün. Mal fliesst es eher ruhig, mal tost und braust es laut. 

Aare Schlucht Schweiz Wasserfall - Aare Gorge Switzerland Waterfall

Ich durfte diesen Weg schon einige Male gehen und würde es wieder tun, wenn ich noch richtig laufen könnte.

Hier der Hinweis: Der Betreiber schreibt auf seiner Internetseite, dass der Weg vom Westeingang bei Meiringen etwa bis zur Mitte für schmalere Rollstühle und Kinderwägen geeignet ist. Bei grösserem Besucheraufkommen kann der Zugang für Rollstühle und Kinderwägen aus Sicherheitsgründen aber eingeschränkt werden.

Nähere Infos findet ihr unter https://aareschlucht.ch/de/Info/informationen

Als ich zu diesem Beitrag etwas recherchiert habe, habe ich mich gefragt, was es wohl für Dinge gibt, die nicht so häufig erzählt werden. Weil, „Aare“ = „Fluss“ = „Wasser“ und „Schlucht“ = „irgendwie felsig und eng“ ist ja klar.

Zwei Sachen habe ich tatsächlich gefunden, die ich ziemlich speziell finde.

Die Aareschlucht wurde 1888 geöffnet. Bereits 1912 wurde sie künstlich beleuchtet. Man bot dann auch Abendspaziergänge an.

Das hielt nicht lange. Man musste die Beleuchtung im Ersten Weltkrieg 1914 wieder demontieren, weil man das Material für die Landesverteidigung benötigte.

Ich bin auch auf das „Tatzelwurm-Mysterium“ gestossen.

Fragt man sich: „Was bitte ist ein Tatzelwurm?“

Nun, jede Region hat so ihre Mysterien. Der Tatzelwurm ist wohl das „Nessie“ (Loch Ness, Schottland) der Schweizer Alpen. Es soll ein ca. 50 bis 80 cm grosser, drachenähnlicher „Stollenwurm“ sein. Der Sage nach soll er in den Felsspalten leben.

In den 1930er-Jahren behauptete ein Fotograf, einen Tatzelwurm gesichtet und fotografiert zu haben.

1935 erschien sein Foto sogar in der Berliner Illustrierten Zeitung.

Das machte das Haslital fast etwas berühmt. Die Zeitung schickte Mitarbeiter, um den Tatzelwurm zu suchen. Ausserdem setzte man 1000 Reichsmark Belohnung aus für denjenigen, der einen lebenden fangen und der Wissenschaft zur Untersuchung übergeben konnte.

Es gab allerdings damals schon Zweifel an der Echtheit des Fotos.

Die Wahrheit kennt wohl nur der Fotograf selbst.

Der Tatzelwurm wurde auf alle Fälle nie gefunden. Die 1000 Reichsmark wurden auch niemandem ausgezahlt. Die Tourismusbehörde Haslital hat sich recht schnell von den Behauptungen des Fotografen distanziert.

Trotzdem hat der Tatzelwurm etwas Cooles geschafft: Er wurde zum Maskottchen der Aareschlucht.

1998 entstand ein Informationsweg durch die Schlucht. Dafür wurde sogar eine ganze Tatzelwurmfamilie zum Leben erweckt, also aus Holz geschnitzt.

Beim Westeingang bei Meiringen werden die Kinder von den Holzfiguren von Citronella und Tatzi begrüsst. Unterwegs in der Schlucht verstecken sich weitere Figuren der Tatzelwurmfamilie, nämlich Mama und Papa Tatzelwurm mit den drei Kindern Titzi, Tetz und Tatzi.

Aareschlucht Schweiz - Aare Gorge Switzerland
Aareschlucht Schweiz - Aare Gorge Switzerland
Aareschlucht Schweiz - Aare Gorge Switzerland

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert