„In welche Länder/Regionen möchten Sie zukünftig noch reisen können?“
Diese Frage stellte mir mein Infektiologe bei einem Besuch im Jahr 2022.
Um das zu erklären, muss ich ein paar Schritte zurücktreten.
Bitte behaltet im Hinterkopf, dass ich kein „medizinisches Fachpersonal“ bin. Das, was ich hier schreibe, ist nur das, was ich als Betroffene erlebt und an Erklärungen bekommen und mir gemerkt habe.
Nachdem ich die Diagnose „Multiple Sklerose“ erhalten habe und ich „ja“ zu einer Disease Modifying Therapy (DMT) gesagt habe, wurde ich als Erstes zu einem Infektiologen geschickt.
Das DMT-Medikament schaltet Teile meines Immunsystems aus.
Das heisst, mein Körper hat mehr Mühe mit Viren, Bakterien und Pilzen umzugehen als ein gesunder Körper.
Um Komplikationen und schwere Infektionen während der DMT-Behandlung vorzubeugen, durfte ich mit einem Infektiologen besprechen, wie ich mich selbst schützen kann, aber auch was ich zur Vorbeugung an Impfungen bekommen sollte.
Bei dem Gespräch wurde ich gefragt: „In welche Länder möchten Sie zukünftig noch reisen können?“
Ich dachte mir nichts dabei und antwortete „Europa und Nordamerika“.
Das war bis 2022 unsere Reiserichtung. Alle unsere Ferienpläne bezogen sich bis dato nur auf diese zwei Regionen. Asien und Afrika konnte ich mir für eine 2-3-wöchige Reise genauso wenig vorstellen, wie das ich je nach Südamerika reisen würde.
Ich habe das natürlich mit Kurt besprochen. Schliesslich würde das unser Reiseverhalten für die Dauer meiner Behandlung festlegen. Er war damals der gleichen Meinung.
Also wählten der Infektiologe und ich nur Impfungen aus, die ich für Europa und Nordamerika brauche. Alle anderen nicht. Man könnte jetzt sagen: „Man kann doch nachimpfen, was fehlt.“
Nein, leider nicht.
Manche Impfstoffe kommen während einer DMT-Behandlung nicht infrage, weil der geschwächte Körper dadurch die Krankheit bekommen könnte.
Bei anderen fällt die Immunantwort zu gering aus.
Also: Europa und Nordamerika… wir kommen!

